Sehnsucht

O könnt‘ ich jene Töne wiedergeben

Und jene purpurroten Farben malen

Von Abendglocken und Abendstrahlen

Aus meiner Jugend erstem Liebeleben!


O könnt‘ ich wieder durch die Gärten schweben –

Die Abendnebel dampfen aus den Thalen

Und einen Bund, beglückt von süßen Qualen,

Umspinnen Elfen, die im Mondschein weben.


Ich höre manchmal wie aus weiter Ferne

Ein Glöcklein wieder mit bekanntem Schalle

Und märchenhafter glüh’n die Abendsterne –


Dann sag‘ ich wild, von innrer Kraft gedrungen:

Ich will euch wieder, ihr Erinnerungen!

Sie zucken wohl, doch bald verstummen alle.

Karl Gutzkow

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Wär‘ ich doch nur…..

KatzundMaus _KM

Wär‘ ich doch nur –

an diesem Ort geblieben

der mich schützend fest umwarb,

die Zuversicht im Blick der Ruhe

das zu schätzen was ich hab!


Hätt‘ ich doch nicht –

Die Neugier der Gedanken

freudig tanzend dort gesehen,

im Taumel der Erwartungen

die Vergangenheit wegzudrehen.


Hab‘ ich doch dann  –

Den Zauber des Neuen

in der Süße der Lust geschmeckt,

ganz leicht und unbeschwert

den Mut zum Leben entdeckt!


Wär‘ ich doch nur –

In meinem Traum geblieben

der mich schützend fest umwarb,

das Jetzt im Atmen meines Lebens

und das zu lieben was ich hatt‘!


Foto ©  M.Kaitna

Ich höre und höre nichts

DCF 1.0

Ich höre und höre nichts

und höre das Mühlenrad singen,

und rings war alles mit Grün bekleidet,

war alles wie Honig und Milch

und schön wie die Blumen der Wiese,

und Lächeln ruhte im Glück der Stunden.

Da baute ich meine Wehr,

so Stein um Stein,

und schlang ein breites Band –

mit breiten Bändern flattern Traum und Träume.


Ich höre und höre nichts

und höre das Mühlenrad singen

und kehrte der Wand den Rücken,

da schwoll es an und stieg zu Rande

und füllte so sehr den Raum

und lud so sehr die Nacht –

Es ist nicht um Lohn und Strafe,

doch hatte ich etwas versäumt,

und Nemesis hob spaltdünn die Lider,

ihr Blick, er schillerte grün.


Ich höre und höre nichts

und höre das Mühlenrad singen:

Einmal Glück, zehnmal Leid,

aber dies Stäubchen Glück

schenkt dir die Ewigkeit,

siehe dieses Glück,

siehe, dies Stäubchen Glück

heiligt das Leid.


(K.Julius) 

Bald

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Die Ruhe vor dem Neuen

das Wartende im Kalt der Zeit

noch döst es vor sich hin

beschützt und zugedeckt.


Doch, es hört bereits

das Zwitschern der Ersten

die vergnügt und voller Freude

in den Morgen uns begleiten.


Und, es erblickt bereits

das Durchbrechen der Kleinsten

die neugierig und besonders mutig

ins Licht des Lebens blinzeln.


Das Wartende streckt beide Hände aus

und reicht sie all den Farben.

Zart und vorsichtig beginnen diese

die Buntheit uns zu malen!


Die Liebe

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Einfach neben dir

das Leben fühlen.

Einfach mit dir

das Leben verstehen.


Das Treiben – immer weiter

wohin es auch führt

Das Loslassen – immer wieder

wohin es uns bringt.


In der Zartheit meiner Worte

als säuselndes Geplänkel

in bejahender Bewunderung

versunken im Meer.


Die Liebe rauschst in mir

flutet all meine Gefühle,

hinterlässt ihre Spuren

im Landen bei dir!