Archiv der Kategorie: Meine Poesie

Texte: © sugar4all

Das Buch

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Worte spielen in meinem Kopf, Sätze bilden Gedanken,

und doch will ich nicht sprechen, ich will mir behalten das Nichtgesagte.

Ich lass es mir, es wird zu Gedachtem aber nicht zu Gesagtem.

Dieser kleine Unterschied würde die Welt wohl friedlicher machen.

So denke ich

und bewerte nicht Gefühltes sondern belasse es

und berede nicht Gesagtes sondern bedenke es

und beruhige nicht Geliebtes sondern bewundere es.

 

Gedanken bilden Zeilen, Zeilen werden zu Zeiten

und doch werde ich irgendwann,

in meiner kurzen Zeit, dem Gedachten eine Wertigkeit geben

und werde sprechen, sprechen das Gedachte, das ich zur Geschichte schrieb.

Denn, irgendwann ist bald, dann werde ich hier sitzen

und das Leben in meinen Händen halten,

nicht mehr als ein Gedanke hingegen als bedeutungsvolles Buch.

© Text und Foto by Karin Kronreif
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Die Endlichkeit

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Nun erblicke ich die Endlichkeit,

die irgendwo in ihrer Winzigkeit verweilt

und hier, mit meinem ersten Schritt,

beginnt sie nun, mit uns zu gehen.

 

Wie weit doch Weite ist

und wie Nähe nah sein kann.

Wie fragende Antworten

doch keine Zeit mehr haben,

weil jede Stunde zur Sekunde wird.

Blicken wir uns an, dann schelmt auf die Nacht,

die nicht getrieben von der Zeit.

 

Langsam ziehen nun meine Gedanken mit

und Pinselstriche formen Bilder

und Worte malen Wege.

Langsam, im Glück gedacht,

gehe ich und seh‘ mir zu,

wie ich die Endlichkeit ersehne.

 

Text und Bild © Karin Kronreif

Gedankenflug

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Es ist ein Treiben

um des Wandelns Willen,

wo das Sonnenlicht in weichen Wellen,

des Lebens Fahrt umspielt

und der Sehnsucht Blütenträume

aus dem Frühling sanft geboren.

Zählt das Ziel oder der Weg,

der hin zum Ziele führt?

Es ist der Sinn,

der Tag an Tag

und Nacht an Nacht

auf unser Leben wacht!

 

Es ist ein Treiben

um des Treibens Willen,

auf losgezogenen Gedanken,

durch die Mysterien der Bücher

nach Wissen und nach Wahrheit,

und immer in der Hoffnung,

auf Beständiges zu stoßen,

auf einen Sinn,

der Tag an Tag

und Nacht an Nacht

auf unser Leben wacht!

 

Text und Bild © Karin Kronreif

Pubertät, ach du komplizierte Zeit!

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Wer bin ich, wenn ich nicht mehr ich bin?

Wohin gehe ich, wenn ich mich suche?

Ich lasse aus, die Hände meiner Mutter,

nicht für immer, doch für jetzt, für den Moment.

 

Wer will ich sein, wer darf ich werden?

Wohin führt mich mein Leben?

Ich ziehe los und ziehe mich zurück,

nicht für immer, doch für jetzt, für den Moment.

 

Tauche ein, mein geliebtes Kind,

in die verwirrte Zeit, die auch für mich sehr schwierig ist.

Ich halte deine Hand und ziehe sie nicht zurück,

nicht für immer, doch für jetzt, für den Moment.


©Text und Foto by Karin Kronreif 2018

Bogen an Bogen

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Bin ich glücklich,

so reihen sich Bogen an Bogen

glitzernde Tropfen,

wie eine Kette

reihen sie sich.

 

Bin ich traurig,

so reihen sich Bogen an Bogen,

glitzernde Tränen,

wie eine Kette

reihen sie sich.

 

Du fragst,

warum ich weine, lache?

Weil ich das Glück einst gefangen habe,

gefangen mit meinen Händen,

haltend den Sturmwind

der mein Haar zerzaust,

und das Gewitter

über mein brandendes Leben.

 

Ich liebe diese meine Tropfen, Tränen.

 

© Karin Kronreif

Melancholie der Seele

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Erst bäumst du dich,

dann wirst du wie Natur –

Du harrst gefügig eines Schicksals,

das, gütig oder hemmungslos,

die Färbung deines Denkens zeigt.

 

Es fühlt und ist

wie das Begreifen von Musik

und Beben wacher Inspiration,

wo keiner wartet und niemand ruft.

Nur die Stunden rinnen,

wie in eine Schale,

mit Bildern und Träumen ein.

 

Über glasige Eisbergspitzen

rollt bald matt das Rad der Sonne.

Der Norden ist Boreas Licht,

Helles und Lichtes trägt er für dich.

 

Siehst du die Melancholie, wie wunderschön sie ist?

© Foto und Text Karin Kronreif

Nach einer kleinen Pause bin ich nun wieder bei Euch ❤

Manchmal sind Grippeviren unerträglich, vor allem als sie es wirklich schafften im Doppelturbopack bei mir einzuziehen. Mein emphatisches Herz hat sie jetzt aber vor die Türe gesetzt, was zu viel ist, ist einfach zu viel 🙂

Es war der Herbst, den ich geträumt

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Blätter fallen sanft,

Äste ruhen in ihrer Annehmlichkeit,

meine Welt wird bunt

und graue Nebel plötzlich wunderschön.

 

Ich berühre den Boden

und fühle das Laub,

da sehe ich mein Leben;

flaniert vorbei und blickt mich an.

 

Blätter fallen sanft,

liebende Zeiten sitzen an murmelnden Bächen,

wie kleine Elfen mit baumelnden Beinchen

und gülden glänzt ihr Haar.

 

Ich berühre den Boden

und fühle die Kraft,

da sehe ich mein Leben

und all die Blätter, die wie im Schlaf versunken.

 

Es war der Herbst, den ich geträumt.

 

©Karin Kronreif