Liebe

♥️

Geigen irren durch die Zeit,
die wie golden sich in dich vergraben.
Denken schwindet
hinein in einen Wald von Nebelbäumen,
verzaubert, beinahe schon verwunschen.

Warmes Wachs fließt Tränen abwärts,
streichelt sanft der Schattenchöre Lieder.
Nichts braucht es nur das Wort der Liebe,
niemand sucht, das Märchen ist gefunden.

Da blick ich in den Raum mit Licht und Farben,
ein Lachen tanzt und schwebt hindurch,
denn Geigen irren durch die Zeit,
die wie golden sich in uns vergraben,
schwemmen Honigblätter an.

♥️

copyright by Karin Kronreif

Zeitenfroh

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Durch die Stunde kam es entlang gestrichen,

die Sorgen schliefen alle noch,

kein „Wenn und Aber“,

kein „Gott im Himmel“,

nur linde Stille, satter Duft.

 

Und irgendwo, ganz klein und ratlos

die graue Welt, die sich verirrt.

Wie ich sie liebe, diese Tage.

 

© Text und Bild Karin Kronreif

 

 

24. Türchen

Mit meinem 24. Türchen beende ich meine poetische Adventreise und wünsche euch ein wunderschönes Weihnachtsfest. 🎄♥️

Ein kleines Geschenk habe ich aber noch, denn
DENKT EUCH, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.

Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.

Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack –
denkt ihr, er wäre offen der Sack?

Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

Anna Ritter (1865-1921)

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