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Stille Winterzeit

Seltsame Winter,

alles verhangen, eisig tief

und irgendwo, die stille Stunde

fernab meiner Gedanken

und all den Menschen in den Straßen.

Alles bricht auf, nichts deckt sich zu,

Sterne klirren gefangen,

Kälte versucht in Fragen zu gleiten

und Wärme kriecht erstaunt.

Winter, wie einsam liebevoll ist deine Zeit!

Aus der Nacht….

Süßer Traum, komm nur,

beuge dich dem Licht,

welches aus der Nächte Tiefe

tausendfältig bricht.


Aus der Nacht des Nichteins leite mich

in den hellen Tag,

der im Dufte später Rosen

mich umschlingen mag.


Ich weiß, wie Herbste drängen,

mit bunten Blättern winken,

die sachte, angestrahlt zuweilen,

ins frühe Dunkel sinken.


Ich weiß – doch weiß ich nicht,

ob jemals ein Traum erfüllt

aus diesen Nächten tritt,

welcher mich umhüllt?


Aus der Nacht stoße mich

in den hellen Tag,

der im Duft der frühen Rosen

mich mit dir umschlingen mag.


copyright by Karin Kronreif

herbstliebe

Ich liebe sie,

die Abende des Herbstes,

noch einmal das Ersehnte,

die Träume, die Rosen und du,

und alles schon etwas flüchtig,

der Wind, das bunte und feuchte Laub,

die Sonne verrostend,

ein Abschluss, wenn auch nur in Dingen.

Ich liebe diese Stunden,

der kahlen Zeiten nahe und doch versucht

die Wärme zu tragen.



copyright by Karin Kronreif

Herbstgedanken

Einsamkeit und Idylle

haben die Stille schätzen gelernt,

vertraut sind die Bäume rings im Park,

verträumt, des Horizonts Konturen.

Kein Nichts stört und will gestört sein,

kein Ton verklingt, will nur erklingen.

.

Einsamkeit ist auch Idylle

und Frieden weht Gedanken an.

Es ist die Vielfalt der erwachten Träume,

die meisten Fragen schweben weiter,

zu Boden fällt nur buntes Laub.

.

copyright by Karin Kronreif

Die Regenfrau

Wie es draußen rieselt, rinnt,

mit grauen Fäden rings mein Haus umspinnt

und raunt und rauscht die ganze lange Nacht

vom trüb umwölkten Himmel leis und sacht,

ein feines Sprühen webt um Strauch und Baum,

fast lautlos, still, ich hör es kaum.


Das ist des Regens müdes Flüsterlied,

wenn er des Nachts grau durch die Lande zieht,

in einen tiefen Schlaf hat es mich versenkt,

und mich ein wunderseltner Traum umfängt:


Da draußen bei den schimmernd nassen Wegen

sah ich ein blasses Wesen stehen im Regen.

Es ist die Regenfrau, sie zieht nächtlich um mein Haus

und schüttelt ihren grauen Schleier aus,

das raunt und rauscht die ganze lange Nacht,

darum bin ich aus meinem Traum erwacht.


Als dann der Morgen sein blasses Licht

bleich durch die wässrig blauen Scheiben bricht,

zum Fenster lausche einsam ich hinaus,

da weht ein trockner Wind rings um mein Haus.

Die Regenfrau, die ich im Traum gesehen

längst wird auf fernen Wegen sie schon gehen.


copyright by Karin Kronreif

Vom Glauben und der Sehnsucht

Ich liebe Rosen, im Verborgnen blühend,

zart und ferne, liebe das Leben,

die Frage angesichts des Lebens,

denn ein Glaube ist die Frage eben.

In deinen Augen war ein Schimmer Rosen,

in Schalen, in Vasen geschliffen,

und Blatt für Blatt das Späte –

Du hattest meine Sehnsucht stets begriffen. 

copyright by Text und Bild Karin Kronreif