Schlagwort-Archive: Traum

Der fliegende Traum

wipfel

Einst saß ein Traum

auf hohem Wipfel

und blickte hinab

in ein Tal der vielen Seelen.

Suchend war sein Verlangen

doch nicht wissend.

Denn was weiß ein Traum?

 

So saß er da,

viele Tage und noch mehr an Stunden,

da wurde es einer Seele doch zu bunt

und nervend fragte sie den Traum:

„Was suchst du mit deinen Blicken?!“

„Dein Leben, meine Seele!“

„Das Leben lieber Traum, das wirst du in mir nicht finden!“

 

Da flog der Traum

vom hohen Wipfel

hinunter in ein Tal,

das ohne Seelen war,

Knochen und Asche auf Steinen und Kruzifixen,

doch ein Leben, das gab es in dem Tale nicht.

 

Der Traum flog wieder zurück,

zum hohen Wipfel,

und wissend meinte er zur Seele:

„Das Leben, liebste Seele, das bist du selbst.

So bleibe ich hier und warte,

bis du den Wunsch verspürst,

dich und mich –

als Teil des Lebens hinzunehmen.“

© Text & Bild by Karin Kronreif
Werbeanzeigen

Verträumt

12916138_10208836369010187_3926511826303045338_o

Zwischen grünen Dämmerschleiern

schwebt ein helles, schlankes Licht

und sehnsuchtgrüßend dösen Bilder,

die wir doch niemals greifen können,

obwohl sie sehr lebendig sind.

 

Sahst du das Märchen?

Es schwebte durch den Park,

und Flüstern wandelt zwischen Sträuchern,

blickt sich um und lächelt leise:

Hast du es gehört?

Und Herbstfäden hinterdrein,

sie fangen sich in lauschend Hecken:

Hast du es gesehen?

Und Vögel singen ihre Schlummerlieder:

Ein Märchen schwebte durch den Park.

 

Die Lichter in den Fenstern

sind keine Lichter mehr,

sind Märchen, die zu Licht geworden.

Bist du es, der hier sitzt und träumt?


 

© Text: Karin Kronreif , Bild: Stephanie Mohr

Herbstverträumt

18_10_15 prater_hauptalle

Blätter die träumen

und im Schlaf versunken

ihre Sehnsucht stillen

wünschend, fordernd

im Drang von Denken und Zeit.


Schlicht, im Herbstgewand

bedeckt mein Gestern.

Ruhig und zart

küsst das Blatt die Erde

vergräbt die wohlige Erinnerung.


Der Morgen wird vergehen

in den Schritten meines Weges,

die Schönheit streichelt

und berührte den Raum der Seele,

wandert weiter

und Blätter träumen.


Träume

10550821_10204345038249725_8407030836511254164_n

Und es gibt Tage, die voll Liebe

das Delta meiner Träume schließt,

wo dieses Licht so unvergesslich warm

den letzten Traum einbettet

in diese, eine, rosenhafte Ferne.


Wie ein Traumgesicht,

mit vagen Zeichen

küsst es all die Wunden,

kein Wort kerbt die kleinen Falten,

nur die Melodie der Gedanken

berührt ganz sanft, deinen Mund.


Und Nächte gibt es, die voll Träume

über den Hügel unserer Sehnsucht gehen,

in eine blaue, dunkelblaue Stunde,

zwischen Unendlichkeit und Ewigkeit

dort, wo das Licht so unvergesslich hat begonnen.

Der Traum

290866_4415557550736_199237634_o

Der Traum hält an

und bleibt

verweilt in seiner Hoffnung.

Niemals alleine

und doch, nur in dir selbst,

ganz still

nur wartend .


Der Traum wird zum Leben.

Der Blick ein anderer,

die Einsamkeit verblasst,

im Bitter ihrer Süßheit

ganz zärtlich

nur träumend.


Der Traum zieht weiter

und blickt zurück

verweilt in seiner Güte

ganz still

nur glücklich.


Ein Weg im Frühling

10373027_10204483204383792_327883720143461566_o

An einem Tag voll träumender Vergissmeinnicht,

an einem Ort, der irgendwo

wie einer lieben Reise Händedruck

die Stille von den Bäumen senkt.

Eingegossen in ein Licht,

auf gelbem Wege

fast vergessen von uns Menschen

zurückgelassen und doch bewahrt.

Sinnend lauscht meine Seele

wiegt sich sanft in Notentönen

schwebt im Frieden

als wär Nebeldunst vom Fluss gestiegen.

Spürt den Traum, an diesem Ort

und geht den Pfad, den Weg im Frühling.