Schlagwort-Archive: Leben

Dann……..


Dann wenn die Tage kürzer werden

wie die Tage des Lebens

keine Weite der Sicht mehr haben

weil die Zeit nicht nur in der Natur

sondern auch in uns Menschen weilt.


Dann wenn wir fühlen

dass die Dunkelheit der Nächte

den Abstand zum Tage

gleich dem Abstand zum  Leben hat.


Dann – ja dann soll uns bewusst werden

wie schön ein Tag sein kann

wenn er mit dem Aufgang der Sonne beginnt

und in der Dämmerung der Nacht

seine Ruhe findet.

 (sugar4all_2014)

Ein Ruf nach …….

Da ist es……..ein neues Leben! Ein Foto meiner Glücklichen auf ihr liegend ein kleines in sich eingerolltes Zauberwesen.

Ich lächel das Handy an….alles gut gegangen….beide gesund.                                                 Ich lächel in mich hinein…….wie schön diese Augenblicke sind. Alles um sich vergessend – nur Glück fühlen und ein Herz, mit einer neuen wachsenden Art der Liebe, zu spüren. Ich lächel das Bild an….bezaubernd die beiden…meine Glückliche und ihr Zauberwesen.

Es tut gut auch solche Bilder zu sehen, mit der Hoffnung, dass das Leben seinen Anfang gefunden hat. Ein neues Leben ist noch immer etwas, das so unbegreiflich ist.

Vor allem tut es gut, nach Tagen von Spitalsbesuchen, wo mir Krankheiten, Leiden und Altwerden so nah waren. Wo die Medizin hilft, weil Medizin helfen muss.

Auch wenn einer 90 jährigen demenzkranken und bereits erblindeten Frau eine künstliche Hüfte operiert wird. Eine Notoperation – sonst wäre sie an einer Lungenembolie gestorben. Die Tragik passierte im Pflegeheim – wo sonst leben Menschen in diesem Alter und mit diesen „Behinderungen“. Dort soll sie aus dem Bett gefallen sein – jetzt liegt sie im Unfallkrankenhaus – notoperiert. Trotz Schmerzmitteln ständige Schreie – sie tat mir so leid.

Ein armes Wesen aber doch ….irgendwann war auch sie ein Zauberwesen. In eine Zeit hineingeboren, die nicht leicht damals war….aber bestimmt war genau der Zeitpunkt nach der Geburt ebenso ein besonderer – ja sogar ein glücklicher!                                                 Und ihr erster Schrei – ein Ruf nach Leben. Jetzt schreit sie wieder………………..

Freundinnen

Ein Abend mit Freundinnen. Jeder nimmt sich bewusst Zeit, weil man sowieso keine mehr hat! Irgendwer organisiert es – unter Freundinnen gibt es immer eine, die diese Treuefunktion ausübt! Und bei jeder Begrüßung wird dieser Organisatorin zuerst der Dank ausgesprochen – ohne sie würde man hier nicht sein. Dabei ist es oft nur ein kurzes Mail – eine Whatsapp Nachricht. Terminvorschläge – geplant fürs nächste Monat – spontan ist niemand mehr in der heutigen Zeit. Ich freue mich immer, wenn ich so eine Nachricht bekomme. Weil dann, ja dann im nächsten Monat, da habe ich Zeit, da wird vorausgeplant und eingeteilt! Und dann kommt der Tag und man begegnet Menschen, die einem viel bedeuten.

Interessant wie die Themen mit den Lebensphasen mitwachsen. In jungen Jahren geht es vor allem um den neuesten Freund, die traurigen Liebeskummergeschichten und „was-wer-wie-gut-im Bett-kann“. Dann kommen die Phasen Kinder, heiraten, scheiden, trennen, wieder Liebeskummer und „warum-mir-das-im Bett-guttut!“ Die Freundinnen wechseln, es kommen neue dazu und  einige verabschieden sich. Freundschaften sind wie gute Literatur. Man liest Bücher in gewissen Lebenslagen aber als Lieblingsbücher würde man sie nicht bezeichnen. Und doch gibt es sie – die absoluten Lieblinge in der Literatur. Und so ist es in Freundschaften. Es gibt sie – die Lieblingsfreundinnen – die Allerbesten – die einem immer begleiten.

Die Treffen werden unterschiedlicher – größer der Freundeskreis – nein eigentlich kleiner aber intensiver und ausgesuchter! Die Themen werden inhaltlicher und weniger privat. Man plaudert über Wirtschaft, über Geld, über den Job, über pubertierende Kinder, über die eigenen Eltern die alt geworden sind und beginnt sich vorzustellen, selbst alt zu sein! Und das Thema graue Haare, Falten, Schönheitsoperationen, Krankheiten, Nichtrauchen, Sport machen, wird vordergründig. Liebeskummer – nein den gibt’s nicht mehr und die „Bett-Geschichten“ auch nicht. Darüber spricht man nicht mehr, das weiß man alles, das hat man erlebt und wenn nicht, dann wäre es jetzt zu spät darüber mit Freundinnen zu reden.

Diese Abenden sind gut und wichtig. Freundschaften müssen gepflegt werden und du bist glücklich, dass du Stunden mit Menschen verbringen kannst, die dir wichtig sind. Und deine allerbesten Freundinnen – die siehst du öfters, weil sie Anteil an deinem Leben nehmen und du an ihrem. Weil du tiefes Vertrauen zu ihnen hast und weil du dir eigentlich ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen kannst. Du schätzt sie und liebst sie. So wie dein Lieblingsbuch – der Platz in deinem Bücherregal – ganz vorne – in erster Reihe!

Ein Hauch

Es war einmal……..ein zarter Hauch. Niemand nahm ihn wirklich wahr und sein Selbstmitleid wurde von Tag zu Tag größer! Seine robusten Freunde die Energie, die Kraft, der Ehrgeiz und der Wille spotteten ihn bereits aus. Garstige Worte sagten sie zu ihm, wie“ Du bist ja nichts, du kannst ja nichts, du bist einfach ein Hauch von Nichts! Wer braucht dich schon ?“

Traurig beschloss der zarte Hauch den Ältesten aller Hauche zu besuchen, um sich von ihm Rat zu holen. Nur er konnte ihm weiterhelfen, denn dieser Weise war bekannt, einfach alles zu wissen! Traurig aber mit einem Hauch von Optimismus trat das zarte Wesen die Reise an. Spät am Abend erreichte er endlich die Waldlichtung und die kleine Feuerstelle, wo man ihm sagte, dass dort der „Alte“ jeden Abend saß um den Elfen und Waldschraten seine Geschichten zu erzählen. Der zarte Hauch ging langsam näher und setzte sich wortlos dazu. Er wärmte seine feinen Hände am warmen Feuer. Er hörte wie der Weise von einer Zeit erzählte, als ein Hauch keine Besonderheiten hatte. Und daher beschlossen alle Hauche, etwas zu ändern, sich in den Herzen und Köpfen der Erdenmenschen zu verankern. So verzauberte sich jeder Hauch in eine Besonderheit und mit diesem Zauber gestärkt besuchten sie die Erde.

„Ohhhhh!“ unterbrach der zarte Hauch den Weisen “ und in welche Besonderheiten hatten sich alle verwandelt?“

„Mein kleiner Freund! Ich kann dir gar nicht alle aufzählen, aber da gab es den Hauch der Hoffnung – dieser Hauch war für alle kranken Menschen da! Den Hauch der Gefühle – für die Einsamen die nach Liebe suchen oder den Hauch der Vernunft – für unsere Jugend. Dann fällt mir noch ein der Hauch der Toleranz – für die Egoisten oder aber auch der Hauch des Windes, der Hauch der Sinne, der Hauch der Töne….!“

„Und welcher Hauch warst du?!“ fragend und fasziniert schaute der zarte Hauch den Alten an.

„Ich! Ich war der Hauch des Mutes! Alles was begonnen wird, braucht einen Hauch von Mut – aber nur ein Hauch davon – nur für den ersten Schritt, für den ersten Gedanken. Dann erst – ja dann erst, mein Freund, dann brauchen sie den Willen, die Kraft, die Energie und den Ehrgeiz….und all deine protzigen Freunde, die wären nicht, würdest du nicht der Anfang von allem sein!

Dann drehte sich der Weise um und verschwand….ganz still und lautlos….nur ein Hauch blieb zurück !

Der Herbst – kann leben!

Der Herbst der ist traurig, so meint man, weil die Natur sich verabschiedet. Manche sagen sogar, die Natur – sie stirbt!

Doch nein, ich sehe es anders. Der Herbst, den ich so sehr liebe, der schenkt uns auch Leben. Er zeigt sich in den schönsten Farben und wird dadurch so lebenswert. Die Wedel der Gräser – so unglaublich in ihrer Pracht. Den ganzen Sommer sind sie unscheinbar, aber dann ranken sie empor als wollten sie uns sagen: „Schaut, wie mächtig wir doch sind!“

Das Laub der Blätter, nein das stirbt nicht – es lebt! Der Wind, der hilft dem Laub dabei und gemeinsam tanzen sie und manchmal, ja da möchte man sogar mittanzen! Auch die welken Blätter machen sich bemerkbar, wenn sie knirschend unter unseren Beinen sind. Und wenn ein großer Blätterhaufen uns zuhören lässt und uns bis ins hohe Alter Freude schenkt. Freude mit den Beinen durchzuschleifen, um jedes Blatt einzeln wegzuschießen!

Da ist kein Sterben spürbar, nein das ist ein Ruhen!  Ein Vorbereiten auf etwas Neues ! Vielleicht sogar ein Schlafengehen, um dann im Frühjahr zu erwachen. Und das macht die Natur dann auch, denn wir sagen : „Sie erwacht!“ Würde sie davor sterben, dann könnte sie nicht erwachen! Also ruht sie, schläft sie und bis sie das tut, sollten wir den Herbst genießen. Ich freue mich auf das Farbenspiel und auf viel Neues – dann – ja, genau dann!