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Die alte Nacht

201609df

Still zieht die Nacht

durch silberglänzende Weiten,

ein Vogelschrei vielleicht,

das Märchenlied der Bäume,

der Sterne Blinken,

ein leises Klingen, das

im Glanz nächtlicher Augen schwebt.

 

Und jung wird wieder

die alte Nacht,

sie zieht ihr graues Hemdchen aus,

entflieht in weite,

sonnenleuchtende Fernen,

versinkt in rauschender Zartheit.

Ein Lied, sich löst aus dieser Stille,

und Lächeln klebt im Kerzenschein.

 

Still zieht nun der Morgen

durch seidenfeine Weiten,

ein Vogelschrei vielleicht,

das Märchenlied der Rosen,

der Augen Funkel,

ein zartes Klingen, das

im Glanz der leeren Gläser schwebt.


© Text und Bild:  Karin Kronreif

Welk sind nur die Blätter

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Welk sind die Blätter,

als wollten sie uns zeigen

das Schönheit in der Betrachtung liegt

und nicht in der Zeit des Alterns.


Wie liebevoll gestreichelte Falten

ruhen sie vor sich hin,

rollen sich ein und doch

sie strahlen im Warm ihrer Sonne.


Ein Liebesspiel der Zeiten

erhascht so manches Mal,

die Süße der Verführung,

die oft so nah in jedem Morgen liegt.


Ein Kuss, einer Versuchung lang

und Wärme fühlt sich an wie Gold,

doch bleibt das Zarte, das Schlichte,

das Leise und nickende Verstehen.


Welk sind nur die Blätter,

nicht das Fühlen ruht in mir

der Blick daneben,

zeigt mir oft den Genuss zu leben.


Ein Ruf nach …….

Da ist es……..ein neues Leben! Ein Foto meiner Glücklichen auf ihr liegend ein kleines in sich eingerolltes Zauberwesen.

Ich lächel das Handy an….alles gut gegangen….beide gesund.                                                 Ich lächel in mich hinein…….wie schön diese Augenblicke sind. Alles um sich vergessend – nur Glück fühlen und ein Herz, mit einer neuen wachsenden Art der Liebe, zu spüren. Ich lächel das Bild an….bezaubernd die beiden…meine Glückliche und ihr Zauberwesen.

Es tut gut auch solche Bilder zu sehen, mit der Hoffnung, dass das Leben seinen Anfang gefunden hat. Ein neues Leben ist noch immer etwas, das so unbegreiflich ist.

Vor allem tut es gut, nach Tagen von Spitalsbesuchen, wo mir Krankheiten, Leiden und Altwerden so nah waren. Wo die Medizin hilft, weil Medizin helfen muss.

Auch wenn einer 90 jährigen demenzkranken und bereits erblindeten Frau eine künstliche Hüfte operiert wird. Eine Notoperation – sonst wäre sie an einer Lungenembolie gestorben. Die Tragik passierte im Pflegeheim – wo sonst leben Menschen in diesem Alter und mit diesen „Behinderungen“. Dort soll sie aus dem Bett gefallen sein – jetzt liegt sie im Unfallkrankenhaus – notoperiert. Trotz Schmerzmitteln ständige Schreie – sie tat mir so leid.

Ein armes Wesen aber doch ….irgendwann war auch sie ein Zauberwesen. In eine Zeit hineingeboren, die nicht leicht damals war….aber bestimmt war genau der Zeitpunkt nach der Geburt ebenso ein besonderer – ja sogar ein glücklicher!                                                 Und ihr erster Schrei – ein Ruf nach Leben. Jetzt schreit sie wieder………………..