Archiv der Kategorie: Wienerisch – Poesie der Mundart

Meine Wienerwurzeln peotisch verpackt

Schneehauberl

20170108_124225

I steh am Fenster

und spernzel so raus,

schau zua den Flocken

wias tanzen und lachen.

Ollas is weiß

und wia i so steh und schau,

denk i ma,

i muass da raus.

An Schal um an Hois,

die Finger in Handsch,

und schon steh i mitten im Schnee,

heast, des is sche.

Und riechen tuts,

ahhh, i fühl den Winter,

auch koalt is ma ned.

Da bleib i steh,

weil es kitzelt am Kopf

„Uiii – mei Glatzerl!“

denk i ma jetzt.

Hab ich doch glatt vergessn,

mein Kopf abzudeckn.

Jetzt muass ich grinsen,

und denk ma, ist doch wurscht,

a Hauberl aus Schnee

is doch a wundersche.


©Bild und Text von Karin Kronreif

Schau, wia leicht des Leben is!

20170102_140704a

Schau, wia leicht doch des Leben is

Wünsche fliagn dem Himme zua

und deckn o, die Nebel der Grämigkeit

Wia klane Fedan hauchen sie dem Wind

a klans Liadl eine

und glaube mir, i hears sogor pfeifen.

Des ist net da Wind der pfeift,

na, es san die Wünsche und monchesmoi

do setzn sa sie auf Äste

und wiegen sich und kudan und lochn.

Donn flieagt so a klane Feda weida

bis sie a Nasnspitzerl siacht

und tuscht mit an Karacho auf des Spitzerl zua.

Da Wunsch, der kitzelt nun des Naserl

und wonn er sie hot erfüllt, ja dann

„Haptschi“ schiaßt die klane Feda weida,

fliegt davon, dem Himmel zua.

Schau, schau doch wia leicht des Leben is!

©Text und Bild Karin Kronreif

 


Das „Wienerische“…die Wurzel einer/meiner Sprache kann auch poetisch schön sein.

Dafür DANKE ich meiner Mama, die nicht aufhört zu sagen “ Das Wienerische darf nicht aussterben!“ und bei ihren Weihnachtslesungen die Trude Marzik nie auslässt. Und letztendlich meinem lieben Freund, der mit mir die Wiener-Musikszene der 80er, 90er immer wieder neu entdeckt ❤

Für alle die keine Ahnung haben, was ich hier schreibe…Übersetzungen sende ich gerne zu 😀 !!