Wie ein schwebendes Tuch

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Wir hängen an dem, das wir Leben nennen. Weil keine Selbstverständlichkeit uns jeden Morgen erwachen lässt, so wie wir davor eingeschlafen sind.

Irgendwann in unserem Dasein, verabschieden wir uns. Stehen vor Särgen und Urnen und denken nach, was Leben ist!

Wir feiern Geburtstage ausgelassen, dann wenn wir jung sind und jeder Tag des Älterwerden uns ein Stück in die große Welt führt! Oder weniger ausgelassen, weil wir merken, dass irgendwann so ein „Morgen“ kommen wird, der plötzlich anders ist!

Die Angst des „Nichtmehralleserlebenzukönnens“ wird größer, dann wenn du unmittelbar in deiner Nähe Menschen kämpfen siehst, wie sie neben ihrem Körper fliegen, weil Tumore dem Leben Schwerter gegeben haben. Wie Chemos Mut machen und wie Operationen Hoffnung schaffen. Ein sanft schwebendes Tuch legt sich über unser Leben! Wir berühren es so manches Mal, doch wir umhüllen uns damit nicht. Wir lassen es weiterschweben und doch werden wir vielleicht eines Morgens zugedeckt aufwachen! Und alles wird anders sein…….

Kurt Kuch, seinen öffentlich gemachten Kampf gegen Krebs, den hat er gestern mit 42 Jahren verloren. Wie so viele andere…..

Trotzdem schließe ich die Augen davor, starte mit meinem Morgen in den Tag, denke an die, die es schaffen und wünsche mir, dass das Tuch über mir immer schweben wird!

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32 Kommentare zu “Wie ein schwebendes Tuch”

  1. Die Tiefe und Kraft deiner Worte! Es sagt alles und noch mehr aus!
    Danke – liebe Karin
    Ich weiß wie es ist, wenn das Tuch wie aus dem Nichts einem zudeckt!

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  2. Jeden Tag genießen! Mehr bleibt uns nicht.
    Oder wie der große Warren Zevon nach seiner Lungenkrebs-Diagnose meinte: „Enjoy Every Sandwich!“
    In diesem Sinne: danke für den nachdenklich machenden Beitrag,
    viele Grüße,
    Gerhard

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    1. Stimmt Gerhard! Dann machen wir es wie Warren Zevon meinte ! Oft tut man es aber oft ist es eine Selbstverständlichkeit …aber das liegt wohl an und in uns Menschen!
      lieben Gruß – Karin

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  3. Der Kampf gegen Krebs ist so intensiv und kräfteraubend, dass ich gesunder Mensch es wohl niemals vollkommen nachvollziehen werde können. Solch einen Kampf am Ende doch zu verlieren, das macht mich traurig…

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    1. Es ist für mich auch schwer nachzuvollziehen….und dieser Kampf von Kurt Kuch hat doch wieder sehr zum nachdenken angeregt! Er hat bis zur letzten Minute an das Leben geglaubt, aber das hat wohl nicht gereicht….

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