Nur 4 Minuten

Das wir in einer schnelllebigen Zeit leben ist klar und es hat auch Vorteile. Darüber mag ich jetzt gar nicht philosophieren….aber dass diese Schnelllebigkeit die Achtung vor Menschen verliert, das erstaunt mich immer wieder aufs Neue.

Letzte Woche, in einem Supermarkt, gegen 18 Uhr. Wie immer jeder genervt, jeder braucht noch schnell ein paar Sachen, jeder ist froh wenn er endlich zu Hause ist. So aber nicht die, die an der Kassa sitzen, um bis 19.30 ihr Geld zu verdienen und diesen stressigen Launen ausgeliefert sind. Und um diese Zeit ist auch meistens nur mehr eine Kassa besetzt, klar….und hier beginnt bereits das Unheil!

Sobald mehr als 3 Personen anstehen…nicht vergessen mit vielleicht 3 – 5 Sachen im Arm haltend…schreit die vierte Person, die soeben dazustoßt: „KASSA BITTE ! Kann man eine neue Kassa aufmachen! Des ist ja ein Wahnsinn wie lange das dauert !“ Höflich verneint die Kassiererin die Frage:“ Leider, um diese Zeit gibt es nur eine Kassa!“ Die vierte Person stöhnt nervig und dreht sich um , weil hinter ihr bereits ich dazugekommen bin. Schaut mich an und verdreht die Augen. Ich beachte sie nicht und denke mir meinen Teil.

Ein neuerliches Stöhnen mit einem gleichzeitigen Fußwippen und immer wieder die Worte: “ A Wahnsinn wie lange das dauert !“ Endlich konnte die genervte Frau ihre 4 Sachen auf das Förderband legen…das Geld bereits in der Hand haltend…und wieder mit einem hörbaren Stöhnen. Verstrichene Zeit: ca. 45 Sekunden…. Person Zwei will zahlen, doch die Bankomatkarte funktioniert nicht …Es dauert ca. 30 Sekunden bis die Kassiererin das Zahlungsproblem gelöst hat und Person Drei an die Reihe kommt. Verstrichene Zeit: ca. 1 Minute 30 Sekunden. Person Drei hat Obst nicht abgewogen und so muss die Kassiererin aufstehen und das Obst abwiegen… LAUFEND…Person Vier stöhnt erneut mit den Worten: „Des gibt’s ja nicht!“ Im flotten Schritt eilt die Kassiererin mit dem abgewogenen Obst zurück…und kassiert…verstrichene Zeit: 1 Minute 40 . Jetzt kommt Person Vier endlich an die Reihe. Die Kassafrau grüßt höflich…keine Antwort von Person Vier…sie verdreht wieder die Augen , stöhnt erneut, zahlt und verschwindet grußlos. Gesamtdauer vom Anstellen bis zum Zahlen …ich denke nicht ganz 4 Minuten! Wir sprechen hier von 4 Minuten…das ist NICHTS….das ist gerade eine Qi-Gong-Aufwärmübung um in die richtige Atmung zu kommen. Wegen 4 Minuten gibt es keine Achtung vor dem Job der Kassiererin…kein Grüßen ..nur miese Laune und ständig lautes Stöhnen?!

Wie traurig ist das eigentlich….

Als ich dann an der Reihe war, schenkte ich der Kassiererin ein Lächeln und die Worte:“ Sie haben es in ihrem Job auch nicht leicht!“….Mehr konnte ich nicht tun, aber zumindest bekam ich ein Lächeln zurück!

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15 Kommentare zu “Nur 4 Minuten”

  1. Natürlich stimmt es und das Zitat ist ein sehr schönes! Auch können wir uns glücklich schätzen, dass wir in so einem Land leben. Trotzdem frage ich mich, wo soll eine Kassiererin bei einem 40 Std. Job mit einem Verdienst von 1000 Euro, event. alleinerziehend usw……die Dankbarkeit spüren, um so wenig Geld so hart zu arbeiten? Dankbar einen Job zu haben? sind wir bereits soweit, jeden Job machen zu müssen, nur um nicht in die Armutsfalle zu tappen? Wobei diese Menschen mit diesem Billiglohn bereits an der Kippe stehen und sich jedes Monat irgendwie rüberretten? Werden wir Menschen nicht bereits von der Wirtschaft geführt und uns vor Augen gehalten, sei froh wenn du überhaupt Arbeit hast? …..merke gerade wie mich das Thema berührt…ich glaube, ich werde darüber schreiben 🙂

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  2. 🙂 da bleib ich ganz ruhig, aber es stimmt lächle und die Welt lächelt zurück 🙂 außerdem wissen die meisten gar nicht zu schätzen, wie gut es ihnen geht.
    Sugar, sehr guter Beitrag 🙂

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    1. Danke dir, liebe Lilo!
      Aber geht es uns allen wirklich NOCH so gut?! Wir sehen irgendwie zu, wie es bald „die Mittelschicht“ nicht mehr gibt, weil die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden ! Aber du hast recht, geschätzt wird alles VIEL ZU WENIG und alles ist selbstverständlich geworden!

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      1. Ich finde schon, dass es uns gut geht! Wichtig ist Dankbarkeit und Zufriedenheit! Das Leben ist ein Geben und Nehmen, Dankbarkeit ist die schönste Tugend, die wir pflegen sollten.
        „Dankbarkeit ist nicht nur die größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter aller anderen.“ (Marcus Tullius Cicero“)

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  3. Liebe Leute probiert doch mal was ich immer mache, wenn die leute zu nörgeln beginnen, lächle ich Sie schon in der Schlange an, ganz bewusst, das verduzt die meisten , dann sage ich, im Universum spielt doch diese Zeit gar keine Rolle, da ärgere ich mich doch lieber übers wetter obwohl das bringt ja auch nichts, naja wenigsten bekommt man hier alles um gut zu essen, stellen Sie sich vor (was auch immer die am fleisband haben) sie müssten das erst am Feld pflücken Brot backen usw…breites grinsen….dann lachen fast alle….

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  4. … ja, so ist das und ich wundere (ärgere) mich jedes Mal wenn ich das an der Kasse erleben
    und mit ansehen muss …
    Warum erkennen die Menschen nicht, dass es in den wenigen Minuten gesünder wäre, ein nettes Wort zu wechseln oder einfach nur freundlich zu sein…. sie kommen sich noch wichtig vor diese HektomatikerInnen und wissen gar nicht, dass sie sich selbst am meisten schaden…
    Liebe Grüße und Segen!
    M.M.

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  5. Ich hatte einmal einen Ferienjob im Supermarkt und kann dem nur beipflichten. Der Stress wird durch die gemacht, die nicht einmal „4 Minuten“ warten können!
    Genau so ist es ! liebe Grüße Anja

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