Die Gesellschaft im Rad des Hamsters!

Sind nicht bereits unsere Kinder in Hamsterkäfigen eingesperrt und strampeln sich dort ab, um Leistungen abzurufen, Lob zu bekommen und irgendwann –  irgendwas zu werden? Nur die Besten werden etwas….also lerne, lerne….doch wer sind wirklich die Besten! Die mit dem Notendurchschnitt 1,0 ?! Die bereits in der Volksschule wöchentliche Nachhilfestunden erhalten? Die bereits mit 14 Jahren für ein Jahr ins Ausland gehen, um ihr Englisch zu perfektionieren? Die in ihren Ferien von einem Lerncamp ins nächste geschickt werden…dazu mindestens ein Musikinstrument…mindestens noch eine zusätzliche Sprache…mindestens eine Kampfsportart und mindestens NULL Freizeit und wenn sie einmal an einem Wochenende nichts Geplantes vorhaben, sofort  nach 5 Minuten fragen: „Mir ist langweilig? Was soll ich tun?“

Wie positiv aber Langeweile ist , das wissen die Wenigsten. Nur wenn ein Kind das Gefühl der Langeweile in sich spürt, kann es im Kopf kreativ werden.

Denken wir an die Generation, die egal ob Stadt oder Land, einfach rausgegangen sind, ihre Freizeit draußen verbracht haben und sich unbewusst hunderte Male die Frage stellten: “ Und was machen wir jetzt?!“ …dann wurden sie kreativ…entdeckten die Natur, bauten Verstecke aus herumliegenden Geäst, taten Verbotenes oder lehnten einfach nur herum und erzählten sich etwas.

Wenn wir die Kinder von heute beobachten, dann fühlen sich viele Eltern verpflichtet ihnen die Freizeit auf die Minute zu verplanen, mit dem zusätzlichem Leistungsdruck : „Nur die Besten werden einmal etwas!“Und sind sie dann „ETWAS“ geworden, dann strampeln sie weiter…..weiter hoch hinaus….unter Vorgaben zu arbeiten…das können sie! Das ist das was sie gelernt haben? Sie brauchen dazu keine eigene Kreativität, weil ihnen Umsatzsteigerungen vorgegeben werden… sie wissen wo die Ziele sind und dafür arbeiten sie Tag und Nacht?  Vielleicht geht sich noch Fitness für den Körper dazwischen aus? ..dafür gibt es dann den Personaltrainer, der ihnen sagt, welche Übung wie zu tun ist. In den Urlaub fahren sie dorthin, wo was los ist….mit Kindern in den Club…denn dort gibt es ein tolles Programm für jedes Alter…

….und das Rad dreht sich und dreht sich…und wenn sie dann irgendwann eine Leere in sich spüren….wissen sie nicht warum? Weil sie ja alles machen um Erfolg zu haben. Die Frage ob sie dabei wirklich glücklich sind, stellen sie sich nicht. Aber das sollten sie! Und wir sollten uns diese Frage bei unseren Kindern stellen und ihnen eine „kreative und glückliche“ Kindheit ermöglichen und sie nicht ständig in das Rad des Hamsters reinstellen und abstrampeln lassen!

Astrid Lindgren: „Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit. Wir Großen sollten uns daran erinnern, wie das war.“

 

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6 Kommentare zu “Die Gesellschaft im Rad des Hamsters!”

  1. Nicht nur die Kinder brauchen Zeiten des Nichtstuns, des Einfach-nur-dasein, um sich selbst zu spüren und ihren Gedanken und Gefühlen, ihrer Kreativität und ihrer Persönlichkeitsentwicklung Raum zu gehen. Wer möchte schon gern wie ein Hamster im Rad leben?
    Stimme Deinem Artikel aus vollem Herzen zu!

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